Wenn Deutschland ein Sportler wäre, könnte er Hans1 heißen. Im meinem Blog werfe ich einen Blick auf die Karriere von Hans – seine Erfolge, den Trainerwechsel von Angela zu Olaf und Robert sowie seine Erkrankungen. Aktuell steuert die vielversprechende Karriere von Hans leider nicht auf ein Happy End zu. Ein Grund ist, dass das derzeitige Trainerteam zu wenig Rücksicht auf Hans‘ Gesundheitszustand nimmt.
Hans ist ein ausgesprochen begabter Sportler. Am liebsten läuft er die 3000m Hindernis. Sein Talent, gepaart mit unbändigem Ehrgeiz und sehr guten Jugendtrainern, verhalfen ihm dazu, über viele Jahre hinweg in der Weltspitze mitzulaufen.
Mit der Zeit machten die vielen Erfolge aber satt und träge. Hans wollte einfach nicht mehr so hart trainieren, geschweige denn neue Trainingsmethoden ausprobieren. Wozu auch, wenn er ohnehin jedes Rennen gewann? Seine Trainerin Angela ließ ihn dabei gewähren. Trotzdem heimste Hans unter Angela zunächst noch viele weitere Medaillen ein. Doch nach und nach schwand die Form und die Siege wurden weniger. Zuerst gab es noch vereinzelte Bronzemedaillen, später nicht mal mehr das. Talent alleine reicht eben doch nicht aus – und die Konkurrenz schläft nicht.
Nach dem Rücktritt von Angela wurde Olaf der neue Trainer von Hans. Als Co-Trainer brachte er Robert mit, einen ehrgeizigen Mann mit vielen Ideen. Schnell wurde klar, dass Robert in wichtigen Fragen die Richtung vorgab. Es dauerte auch nicht lange, bevor Robert beschloss, dass die 3000m Hindernis nicht mehr zeitgemäß wären und Hans zum Triathlon wechseln muss. Und das Ziel war nicht irgendein Triathlon, sondern der Ironman Hawaii.
Robert war nicht nur visionär und ehrgeizig, sondern konnte auch eloquent reden. Auf diese Weise gelang es ihm nach kurzer Zeit, Hans von dem Wechsel auf die zunächst unbeliebte Ironman Distanz zu überzeugen.
Hans verstand, dass er seine Einstellung zum Sport wieder ändern müsse und begann erneut, härter zu trainieren. Um die Trainingsfortschritte weiter zu beschleunigen, kümmerte sich Robert nun auch stärker um das Privatleben von Hans, indem er strikte Ernährungs- und Schlafpläne für Hans aufstellte. Am liebsten hätte er auch noch Einfluss darauf genommen, mit wem sich Hans in seiner wenigen Freizeit trifft, doch hier legte Cheftrainer Olaf dann doch sein Veto ein.
Hans fühlte sich dabei nicht wohl. Doch er ertrug das harte Training, das rationierte Essen und die zahlreichen Verbote, weil auch er von dem Ziel „Ironman Hawaii“ überzeugt war. In seiner Familie und in seinem Bekanntenkreis allerdings sorgten die teils übergriffigen Trainingsmethoden für Gerede – meist hinter vorgehaltener Hand. Schließlich wollte man ja nicht schuld sein, wenn Hans das von Robert gesteckte Ziel nicht erreicht. Dafür, dass die Unmutsbekundungen nicht lauter wurden, sorgte auch Olafs Cousin, Hubertus, der beim Training kostenlose Snacks und Getränke an die Zuschauer verteilt.
Hans ließ sich schließlich auf Roberts Trainingsplan ein. Doch gerade als beide dabei waren, ein Team zu werden, gab es den ersten Rückschlag: Hans erkrankte an einer schweren Grippe. Wo genau er sich angesteckt hatte, weiß man nicht genau – vielleicht waren es chinesische Fledermäuse. In jedem Fall musste Hans mit dem Training aussetzen. Olaf und Robert unterstützten Hans in dieser Phase sehr gut und halfen ihm dabei, wieder gesund zu werden. Weil Hans aufgrund seiner Krankheit nicht so viel Appetit hatte, näherte er sich zudem trotz Trainingspause seinem Wettkampfgewicht.
Kaum war die Grippe überstanden, erkrankte Hans erneut. Und diesmal attackierten die Viren direkt das Herz. Hans hatte sich eine Herzmuskelentzündung zugezogen. Und als ob das nicht genug gewesen wäre, waren die Temperaturen in diesen Monaten unerträglich heiß. Medizinern und sogar vielen Volkswirten war klar, dass unter diesen Umständen an eine Fortsetzung des Trainings nicht zu denken war.
Doch Robert hatte nur den Ironman Hawaii vor Augen. Da Hans zuvor unter Trainerin Angela und durch die Erkrankung schon zu viel Zeit verloren hatte, konnte aus seiner Sicht das Pensum nicht reduziert werden. Im Gegenteil schraubte Robert die Intensität weiter hoch. Am 8. August setzte er zur Überraschung aller sogar noch ein Höhentrainingslager an.
All das führte dazu, dass sich der Gesundheitszustand von Hans zusehend verschlechterte. Selbst ausländische Konkurrenten, die Hans oftmals eigentlich gar nicht leiden können, begannen sich Sorgen zu machen. Sie weisen darauf hin, dass hier offensichtlich falsch trainiert wird. Doch Olaf und Robert ignorieren diese Tipps, denken dass diese Leute Hans nur vom richtigen Weg abbringen wollen. Schließlich könne Hans nur mit ihrem Trainingsplan den Ironman Hawaii gewinnen.
So verbringt Hans trotz seines kritischen Zustandes weiterhin sehr viel Zeit auf dem Platz und versucht, die Vorgaben von Robert umzusetzen. Trotz der erheblichen Anstrengungen wird seine Form aber nicht besser. Seinem Umfeld ist mittlerweile klar, dass das große Ziel auf diese Art wohl nicht erreicht werden wird. Eher könnte Hans sich entschließen, das Training, welches ihm in seinem aktuellen Zustand zu viel abverlangt, zu beenden und alles hinzuschmeißen. Dann stünden Robert und er mit leeren Händen dar.
Es ist schade, dass die vielversprechende Sportlerkarriere von Hans im Moment nicht auf ein Happy End zusteuert. Die Gründe dafür sind vielfältig: Da sind zum einen der nachlassende Dampf der vorherigen Trainerin sowie die schweren Erkrankungen von Hans, für die niemand etwas kann. Da ist zum anderen die fehlende Einsicht des aktuellen Trainerstabes, auf diese äußeren Umstände zu reagieren. Die Gefahr ist nämlich, dass nicht nur Hans sein Training hier abbricht, sondern dass auch nachfolgende Athleten sich weigern werden, diesen offensichtlich beschwerlichen Weg zu gehen. Let’s go, Hans!
- Es möge sich bitte keine Person mit dem Namen „Hans“ angesprochen fühlen! ↩︎
Wunderbare Darstellung der aktuellen Situation des ehemaligen Weltmeisters!